Dienstag, 25. August 2015

ein spannendes Wochenende


Ein spannendes und emotionsgeladenes Wochenende liegt hinter uns.
Es begann am Freitag mit einem Vortrag meiner Freundin Birgit über ihren 3jährigen Aufenthalt in Haiti für ihre Familie und Freunde. Mit vielen Bildern und schönen Geschichten hat sie uns einen Einblick in ihr Leben auf Haiti gewährt. Wobei "schön" natürlich ein falscher Begriff dafür ist, wenn sie ein Land beschreibt, das vor dem Erdbeben schon bitterarm war und vier Jahre nach dem Beben sich noch nicht viel geändert hat. Haiti ist doch eine der vergessenen Katastrophen dieser Welt. Oder vergessen wir einfach zu schnell, weil die Nachrichten voll von Katastrophen sind?
Stattgefunden hat der Vortrag in einem Beerdigungsinstitut/Sargtischlerei die von einem ihrer Familienmitglieder betrieben wird. Es war spannend zu sehen wie die Kinder mit dem Thema Tod umgehen und wie selbstverständlich sie damit umgehen.  Am meisten wurden die schönen weißen Decken gewürdigt mit denen die Särge ausgestattet waren. Und bei den Mädchen kam die große Auswahl an Schminke auch gut an. 
Erklärt hat das der Eigentümer den Kindern ganz wunderbar schnörkellos. 
Am Samstag ging es weiter mit dem Abschied eines britischen Freundes. Er geht nach jahrelangem Deutschlandaufenthalt wieder zurück in seine Heimat. Viele Freunde kamen aus den unterschiedlichsten Himmelsrichtungen zusammen und wir haben lange in einem Beachclub zusammengesessen und geredet und viel gelacht. Ein echter Schotte kam im Quilt, Freunde aus Holland und aus der Schweiz waren da. Am besten beschreibt es das Lied von Revolverheld - 
Das kann uns keiner nehmen. 
Auch hier waren wieder die Kinder dabei. Und da sind Kinder so herrlich unkompliziert. Auch wenn sie noch kein Englisch sprechen und Holländisch schon gar nicht, verstehen sie sich doch und spielen zusammen Volleyball oder Ähnliches. Warum sind wir Erwachsenen da oft so schwierig? 
Sonntag haben wir ausgeschlafen, weiter Freunde getroffen und uns ein wenig Kultur angetan beim Fest für 10jährige bestehen des Marta-Museums.













Ein tolles Wochenende war es.
Schöne, spannend, mit vielen Emotionen
und auch etwas anstrengend.
Aber das gehört wohl dazu.


Kommentare:

  1. Wir haben Haiti nicht vergesen! Einige meiner Kollegen waren damals dort und haben für das Rote Kreuz dort gearbeitet. Sie waren vorher schon in vielen Ländern und auch danach noch. Ihre Aufgabe war das Trinkwasser herstellen. Und noch nie vorher und auch niemals nachher waren sie derart unwillkommen. In keinem anderen Land sind sie beschimpft worden und nirgendwo sonst hat man als Opfer tatenlos daneben gesessen und gemeint, dass andere kommen müssen um deren Arbeit zu erledigen. Teilweise hat man Helfern sogar gesagt sie seien unerwünscht und die Geister würden ihnen schon helfen. Auch die Millionen die gespendet wurden sind versickert ohne das etwas passiert ist. Die Leute sitzen zum Grossteil noch immer unter ihren Plastikplanen und jammern statt mal bei Aufräumarbeiten zu helfen oder die inzwischen wieder vorhandenen Felder zu bestellen. Es gibt natürlich auch auf Haiti Menschen die von Anfang an mitgeholfen haben, die Spenden zum Wiederaufbau genutzt haben, denen geht es aber inzwischen auch wieder gut. Wir helfen alle gern! Investieren Zeit, Geld, Liebe und vieles mehr aber irgendwann ist auch Schluss. Wenn jemand keine Hilfe will sondern nur Geld, das dann nutzlos verpulvert wird kann man sich lieber auf Projekte konzentrieren, die Sinn machen oder dort einzelne unterstützen, die es wert sind. Wenn du dir Reportagen aus anderen Teilen der Erde ansiehst, die nach Katastrophen schnell wieder auf die Beine kommen siehst du den Unterschied. Haiti war schon vor dem Beben arm, weil die Bevölkerung zu einem grossen Teil träge ist. Und du kannst mir glauben, dass ich kein Rassist bin. Mein Schwager kommt aus Afrika, ein Teil unserer Familie stammt aus Frankreich und Russland... Ich habe gerade was Haiti betrifft einfach schon zu viel gesehen und gehört von vielen die dort waren, auch meine Eltern waren dort.

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    1. Hallo Violetta!
      Du hast in vielen Dingen sehr recht! Dort gibt es Lehrer, die erfundene Kindernamen auf Listen angegeben haben, um Spenden abzugreifen. Sicherlich ein fragliches Vorgehen. Ich glaube auch das viele Menschen dort solche grandiosen Ideen haben um sich selbst zu bereichern. Wahrscheinlich hätte würde ich in der Situation über solche Dinge nachdenken. Allerdings geht es max. 5% der Bevölkerung mittlerweile wieder gut. Das ist nicht so viel. Und die Mentalität der Menschen dort ist sicher anders, als in anderen Katastrophengebieten. Und du wirst immer negative Berichte finden. Den Menschen, die zur Ebolahilfe geeilt sind, wurde auch sehr wenig Vertrauen entgegen gebracht. Ich kann auch nur von den Menschen berichten, die ich über das Albert Schweizer Hospital in Verrettes kennen gelernt habe. Dort ist die Schweitzer Gemeinschaft für Haiti sehr aktiv. Ich finde auch, das man den Leuten, denen man helfen will, die Hilfe nicht vorsetzen darf, sondern man ihnen beibringen muss, sich selbst zu helfen. Alles andere ist auf die Dauer zu nervenaufreibend und zwecklos.
      Auf keinen Fall halte ich dich für eine Rassistin. Ich finde es immer spannende die Eindrücke und Erlebnisse von anderen zu erfahren.

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    2. Dann helfen wir weiter :-) und finden vorher heraus wer es "verdient" hat. Grundsätzlich hat ja jeder erstmal Hilfe verdient! Ich hoffe es geht auch auf Haiti mal wieder Berg auf. Sonst ist es für diejenigen, die sich bemühen so frustrierend, dass sie irgendwann aufgeben oder von dort weg ziehen und das wäre sehr schade.

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    3. Natürlich helfen wir weiter, liebe Violetta. Oder kannst du anders? Und ziehen so manchem die Hammelbeine lang. Natürlich wird es auch für Haiti irgendwann wieder bergauf gehen. Ich denke, das langsam ein Umdenken einsetzt und es einig nimmermüde gibt, die nicht aufgeben. Und das betrifft nicht nur Haiti. Da gibt es ja leider noch ganz andere Ecken der Erde, die zwar andere Baustellen haben, aber nicht weniger große Probleme.

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